Von Itaparica nach Morro de Sao Paulo und weiter nach Rio Maru

Nachdem am Vorabend ein schweres Gewitter über Itaparica niedergegangen war und mehrere Yachten vertrieben hatte und es sogar zu einer Kollision gekommen war, verließen wir Itaparica am 14.03.2011 morgens um 07.00 Uhr. Der Wind nahm während der Reise stetig zu und nach einem schönen Segeltag standen wir um 17.30 Uhr vor der Einfahrt des Flusses Rio Cairu. Schnell wurde es stockdunkel und als wir in der Einfahrt an Bb-Seite die hohe Halbinsel Morro de Sao Paulo und an Stb-Seite eine große Sandbank passierten, hatte ich ein ungutes Gefühl, denn der Fluß ist gänzlich unbetonnt und man muss sich vorsichtig seinen Weg suchen. Nach einer Stunde Flußfahrt erblickte Frank ein Ankerlicht - es waren unsere französischen Freunde. Wir ankerten hinter ihnen und waren froh, nicht aufgelaufen zu sein.
Am 16.03.2011 um 05.30 Uhr war der Anker auf und mit der starken Strömung traten wir die 43 sm lange Reise nach Marau auf dem Fluß Baia de Camamu an. Wir wollten nicht wieder in der Dunkelheit einen dieser Flüsse ansteuern, obwohl die Einfahrt zum Rio Marau laut Seekarte gut betonnt sein sollte. Den ganzen Tag segelten wir mit dem Blister und standen bereits um 15.30 Uhr vor der Einfahrt des Flusses, aber weit und breit war keine Tonne zu sehen! Also wieder zittern, denn überall waren Sandbänke und hin und wieder lugten Felsen aus dem Wasser. In unserem Handbuch ist die Fahrrinne nur unzulänglich eingezeichnet und nachdem wir den Fluß ca. 1 Stunde hinaufgesegelt waren, sahen wir einige kleine Stangen aus dem Wasser ragen. Sofort das Segel geborgen und vorsichtig weiter auf die Stangen zu, es wurde immer flacher, nur noch 1,5 Meter tief. Jetzt sahen wir uns das Wasser genau an und stellten fest, dass die Stangen eine riesige Sandbank markierten, welche wir umfahren mussten, dann gings auf dem enger werdenden Fluß weiter, Tiefe jetzt zwischen 5 und 8 Metern. Um Punkt 18.00 Uhr ankerten wir mitten im Urwald vor der kleinen Insel Tatus, saßen noch lange an Deck und genossen die absolute Stille.
Am nächsten Morgen Anker auf und um 10.00 Uhr ankerten wir vor dem Städchen Marau, 17 sm von der See enfernt mitten im Busch. In 600 Meter Enfernung von unserem Ankerplatz sollte laut Handbuch ein Wasserfall sein, also sofort das Beiboot zu Wasser, Badezeug  an und ab. Wir fuhren Flußarme rein und wieder raus, fragten zwei Fischer in ihrem Einbaum, die zeigten in alle Himmelsrichtungen - den Wasserfall fanden wir nicht und buchten die Tour als Dschungelsightseeingtour ab.
Jeden Tag findet an der Uferpromenade der große Gemüse, Obst und Fleischmarkt statt. Viele Menschen kommen mit ihren Einbäumen und bieten Ihre Früchte an, auch kleine offene Fähren bringen die Leute  von weit her, auch wir haben uns gestern eingedeckt. Abends geht es sehr brasilianisch zu, laute Musik, alle sind fröhlich und die Leute trinken ihr wohlschmeckendes Bier bis spät in die Nacht.